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3_2 Zur Person: Aby Warburg
Oder: Ein Kunsthistoriker ohne Schlagworte

Aby M. Warburg wurde am 13. Juni 1866 in Hamburg geboren und starb dort am 26. Oktober 1929. Er begründete die kulturwissenschaftliche Disziplin der Ikonologie und die nach ihm benannte Bibliothek für Kulturwissenschaft in Hamburg.

Aby Warburg in thought.
Ein Suchergebnis der «Google-Bildersuche» zu den Stichworten «Aby» und «Warburg».

[1] nach Hartmut Böhme: Aby M. Warburg, in: Axel Michaels (Hg.): Klassiker der Religionswissenschaft. Von Friedrich Schleiermacher bis Mircea Eliade, München 1997, S. 133-157 (PDF)

siehe ebenfalls Rainer Hering: Abraham Moritz Warburg, in: Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon Band XIII, 1998, S. 330-350 (PDF)

Warburg wurde als Sohn einer Hamburger Bankiersfamilie geboren. Schon früh erkannte er, dass es dem Kapital nur dient, wenn es auch künstlerisch und kulturell Geltung gewinnt. Über seinen Tod hinaus behielt Warburg damit recht. Der Umzug der listenreich organisierten Bibliothek nach London sowie der ihr nahestehenden Wissenschaftler wie z.B. Fritz Saxl und Erwin Panofsky belegt das wachsende Ansehen der Forschung, die über die Kunstgeschichte hinausreichten.[1]

Warburg studierte in Bonn und in Straßburg, wo er 1891 über Botticelli promovierte. Diese Promotion war bereits klar gegen den «modernen Ästhetizismus» (Warburg) und gegen die Form- und Stilanalyse der Kunstgeschichte gerichtet. 1888 lernte Warburg seine spätere Frau, die ebenfalls aus Hamburg stammende Künstlerin Mary Hertz, kennen. In Florenz wurde Warburg von dem Kunsthistoriker August Schmarsow auf das Problem des Nachlebens der Antike aufmerksam, was für Warburg eines seiner lebenslangen Themen bleiben sollte.

Warburgs gilt als Begründer der Ikonologie. Im Gegensatz zu anderen Theoretikern des Bildes war er stets bestrebt über den Text hinaus die Macht und Eigenlogik der Bilder herauszustellen. Dies führt 1915 auch zu Auseinandersetzungen mit Erwin Panofsky, die für Warburg sehr prägend waren.

[2] Biographie der Seite des «Warburg-Hauses, Hamburg»

Bereits 1918 zeigen sich bei Warburg erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung; diese führen zunächst zu einem Aufenthalt in der Privatklinik Dr. Lienau, Hamburg. Ab 1921 wird ein mehrjähriger Aufenthalt in der Privatklinik «Bellevue» in Kreuzlingen erforderlich. Im Mai 1926 bezieht Warburg des neue Bibliotheksgebäude in der Heilwigstraße, wo er die Arbeit an dem Bilderatlas «Mnemosyne» beginnt. Warburg kehrt im Juni 1929 nach Hamburg zurück. Er arbeitet in Hamburg an seinem Projekt «Bilderatlas» und verstirbt dort am 26. Oktober.[2]

 


 

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