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6_1 Einleitung
Oder: Der Kontext für «IMG SRC ORG»

Wie zu Beginn dieser Betrachtung dargestellt wurde, unterliegen die Repräsentationen Bild und Text bereits in der Kunstgeschichte einerseits einer strikten Differenz, andererseits einem nie wertfreien Spannungsfeld. In der Organisation der Repräsentationen herrschte jedoch eine alphanumerische oder historische Ordnung der Bilder vor. Wie das Beispiel des Kunsthistorikers Aby Warburg zeigt, gab es jedoch auch Bemühungen, den Bilden näher liegende Ordnungsmöglichkeiten zu schaffen.

Durch den Computer trat der Code — der «Quelltext» — anstelle der rein textlichen Repräsentation. Dieser textbasierte Programmcode füllte nun Röhrenmonitore und erzeugte auf ihnen Bilder, wobei sich paradoxerweise diese erzeugten Bilder einer Umkehrung dieses Prinzips widersetzten.

Eine weitere Verstärkung dieser Trennung beider Repräsentationen erfolgte in der rein textlichen Architektur des World Wide Web. Auch hier bleiben Bilder als «BLOBs» maschinenunlesbare «Black Boxes» inmitten von (menschen- und) maschinenlesbarer (und indizierbarer Quell-) Texte. Im Kontext des World Wide Web versuchen zur Zeit diverse menschliche Strategien zur Verschlagwortung diese nach wie vor strikte Trennung von «source» und «image» aufzulösen.

Andererseits wird auf der Seite der Informatik daran gearbeitet, auch den schwer zu indizierbaren Pixeln Informationen und Bedeutung zu entlocken. Besonders das «Content-based Image Retrieval» wird heute als Herausforderung verstanden, die stetig wachsende Zahl der digitalen Bilder ersuchbar und damit nutzbar zu machen.

 


 



 


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